6 Monate meines Lebens
In den letzten 5 Monaten und 5 Tagen seit meinem letzten Blog hatte ich das Vergnügen dem österreichischen Staat zu dienen. Ich war Soldat. Der erste Tag begann um 10:34 als ich das Tor passierte: Lasst fahren alle Hoffnung, die ihr hier eintretet. Nach langer Wartezeit mit Erkennungsmarke, Namensband und Gratiskugelschreiber (Danke Österreich!) ausgestattet, bekam ich schon einen Eindruck wie die nächsten 2 Monate meines Lebens aussehen würden. Eingekleidet in den DAZ 75 ( Dienstanzug 75) mussten wir nur wenige Stunden später "am Gang antreten" und wurden angeschrieen und erniedrigt bis aufs Blut, zum Glück war ich keiner von den fetten hässlichen Kameraden, die die doppelte Ladung abbekamen. Wisst ihr eure Grundbuchnummer? "9187230031!", brüllte ich dem 1,50 Meter hohen Korporal in sein stumpfes Gesicht nachdenkend über den Sinn seines Lebens. Jeden Tag 4-5 Stunden Schlaf, 40 Kilo Gepäck auf dem Rücken und 20 Grad unter Null später fand ich mich in einer Eislache in dem nächsten klaren Moment während meiner Grundausbildung. Was mache ich hier? Steh' auf, nimm dein Messer und ramme es dem menschlichen Abfall in sein leeres Herz!", schrie ich mich an und verstummte. 1 Woche später 04:00. Nachtalarm. -23 ° und Wind. "ALARM!". 5 Minuten später stand ich in Unterhosen auf dem Antreteplatz bekleidet mit Schuhen und einer Acryldecke woraufhin mein Kompaniekommandant erschien und uns nonchalant mitteilte, dass wir leider nicht in den Krieg ziehen sondern nur zum Schneeschaufeln nach Annaberg. Hinauf, 40 Kilo Heereseigentum plus 85 Kilo unfrewilliges Heereseigentum machten sich auf den Weg. Ab in die Dunkelheit. Fortsetzung folgt...
